Der Autor Zbigniew Peter Pininski...

Der Autor Zbigniew Peter Pininski

...ist Architekt, Künstler, Kultur- Anthropologe und schreibt Erzählungen, die auf Authentischem fußen.

Über seine Abstammung pflegt er zu sagen, er sei halb Pole, halb Deutscher und halb Franzose. Das ließ ihn in drei Kulturen und Sprachen aufwachsen. Mit seinem Vater, einem Adligen aus Ost-Galizien, sprach er polnisch und durchlebte Polens Kultur, mit seiner Berliner Mutter deutsch und mit seiner Großmutter, die im selben Haushalt lebte, französisch.

Das wirkt sich deutlich in seiner Haltung und in seinem Werk aus; auch in der Idee des »Ortes der Kulturen und Religionen der Welt«, die sein besonderess Herzensanliegen ist.

Den ersten Teil seines Lebens verbrachte er in Polen, studierte in Krakau, war erfolgreicher Architekt – ausgezeichnet mit Preisen des Bauministers, schließlich Hochschulprofessor für architektonisches Entwerfen in Bialystok und Warschau. Er gründete eine experimentelle Architekturfakultät in Bialystok und war ihr erster Dekan. Über diese Zeit referierte er in einem selbstironischen Vortrag: »Wie ich versucht habe, ein neues Bauhaus in Polen zu gründen«.

Im Jahr 1981, persönlich bedroht durch das sich anbahnende Kriegsrecht in Polen, floh er nach Deutschland und lehrte in Darmstadt, Wien, Innsbruck, Karlsruhe und Braunschweig. Losgelöst von »sozialistischen« Restriktionen, kam es bei ihm zu einem Ausbruch der Kreativität in seinen Entwürfen und Bauten. In Frankfurt am Main etwa gestaltete er den Eingang der U-Bahn-Station Bockenheimer Warte in Form einer Skulptur, die aussieht, als würde sich ein Waggon mit voller Wucht in die Erdkruste bohren. Pflastersteine und Asphaltbrocken spritzen zu Seite.

Der Autor des Buches, der auch bildender Künstler ist, hat zum Thema ein Bild gemalt.
Der Autor des Buches, der auch bildender Künstler ist, hat zum Thema ein Bild gemalt.

Bekannt sind seine mit Kunst überhöhten Bauten in Wien (Wohnensembles Laimgrubengasse, Kappellenweg, Linien- und Strohmayergasse, Kunstbrunnen Hochwassergasse), in Berlin (Wohnbauten in Alt-Glienicke, Kunstgestaltungen für die Innenhöfe des R. Virchow – Krankenhauses), in Frankfurt am Main (B-Ebene der U-Bahnstation Dornbusch, Aufwertung des Parkhauses Römer, Platz mit Sonnenuhr und Gestaltungen in F-Höchst) und andere.

Die interessantesten Entwürfe sind jedoch unrealisiert geblieben: Bauten für die Olympischen Winterspiele in Albertville, Goethe-Pavillon in Frankfurt/M, U-Bahnstation »Rathenauer Platz« in Nürnberg, Museum für Kunst und Architektur in Ulm, Pavillon für die EXPO 2000 und andere.

»… Pininski baut erdnah und unbeschwert. Ein Außenseiter ist er – und ein Innenseiter. Außenseiter, weil er nur zu gern die Regeln der Moderne unterläuft, weil er Häuser baut, die nicht streng und glasglatt sind wie die vieler Kollegen. Innenseiter, weil er wie kaum ein anderer Architekt in sich selbst hineinhorcht und seinen Gefühlen mehr traut als dem Glanz der Oberflächen«, schreibt über ihn in die zeit Hanno Rauterberg.

Während seiner Professur für Kultur-Anthropologie an der Universität Breslau (2003-2006) hat er das künstlerisch-szenische Ereignis »Go West?« entwickelt als ein Zwitter zwischen einer Skulpturen-Installation und einer theatralischen Inszenierung (Uraufführung fand am 22. Mai 2006 in Berlin statt).

»Pininski ist ein kreativer Geist, der immer wieder seine eigenen eingeübten Pfade verlässt, um sich auf neuen Gebieten auszuprobieren. Von der Architektur (…) zur Skulptur, zu Malerei und zum Theater«. Schreibt Helke Sander, Regisseurin und Literatin, im Katalog seiner Ausstellung »Go West?«, 2008 in Münster.

Als Präsident der Akademie für Baukultur reagiert er auf entstehende Bedrohungen:
»Architektur der Verständigung der Kulturen – Auswirkungen des 11. September 2001 auf Städtebau und Architektur« (Kongress in Berlin, 2002) und beschäftigt sich seit Jahren mit der Problematik der interkulturellen Stadt (Tagungen
in Lissabon und Granada). Dieses Interesse gipfelt in der Idee und dem Konzept des »Ortes der Kulturen und Religionen der Welt«.